Gottfrieds Tristan und Wagners Tristan und Isolde im Vergleich


"Glaubt Ihr denn, Tristan und Isolde gäben dadurch eine Lehre gegen den Ehebruch, dass sie beide an ihr zugrunde gehen?"
Gottfried von Straßburg ist der Autor des wohl berühmtesten und wichtigsten Tristan-Romans des Mittelalters, der in seiner vorliegenden fragmentarischen Form um 1210 abgeschlossen gewesen sein dürfte. Rund 650 Jahre später wird sein Epos Vorlage und Inspirationsquelle für Richard Wagner; es entsteht eines der tragischsten Musikdramen der Opernliteratur, Tristan und Isolde. Weshalb muss eigentlich diese Liebesgeschichte so tragisch enden? Warum gesteht Tristan nicht einfach Isolde seine Liebe, nachdem er sich von ihr hat heilen lassen? Der Kenner von Gottfrieds Tristan wird sagen, Tristan sei zu diesem Zeitpunkt, also vor der Einnahme des Liebestranks, noch gar nicht in Isolde verliebt gewesen. Das mag für Gottfried stimmen. Ganz anders bei Wagner. Hier wird schnell klar, dass Tristan und Isolde sich schon zu Beginn des Dramas lieben. Die beiden sind sich also, im Gegensatz zu den Gottfried‘schen Helden, ihrer Liebe vor dem Trank bewusst. Allein diese Abweichung zeigt, dass Wagner den mittelalterlichen Tristan-Stoff grundlegend neu interpretiert. Im Vortrag betrachten wir die beiden Werke aus vergleichender Perspektive.

  Hier gilt der vhs-Pass auch ...


1.Freitag17. Juli 2020 19–21 Uhr
vhs, Kaiserallee 12e, Raum 201

vhs, Kaiserallee 12e, 76133 Karlsruhe



Kursnummer: 201-33004 Genügend Plätze frei
8 € (inkl. Getränk, auch Tageskasse, mit dem vhs-Pass Nr. 201-00001 freier Eintritt)
1 Termin, 2.67 Unterrichtsstunden
Beginn: Freitag, 17.07.2020, 19 Uhr
Ende: Freitag, 17.07.2020, 21 Uhr
Leitung: Kerstin Koblitz
vhs, Kaiserallee 12e
76133 Karlsruhe
Raum: 201